Herzlich Willkommen bei den Eltern- und Angehörigenkreisen

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Stellungnahme zum BVG-Hanfticket-Werbespot:

 

Liebe BVG- Werbestrategen,

 

zuerst möchten wir klarstellen: wir sind ungehalten über Ihren Hanfölticket-Spot, nicht per se über Hanfprodukte und Hanföl.
Als Eltern und Angehörige junger Konsumierender bereitet er uns Magenschmerzen. Denn die Nähe zum noch verbotenen „Stoff“ (wie Sie auch Ihr Produkt selbstbewusst bezeichnen) ist textlich und bildsprachlich in jedem Moment greifbar:

 

          Unseren Stoff bekommst du nicht etwa im Görli oder von irgendwelchen 

         Obsttaxis, sondern in den Kundenzentren der BVG… Na,  willste'n Tütchen?

 

Und ein „Labor“– offensichtlich im Hinterhof - mit grüßendem Polizisten seien hier nur als Beispiel erwähnt. Wir haben uns die Mühe gemacht, jede Sequenz zu analysieren und können das belegen -  würde hier aber zu weit führen.


Auf der Internetseite schreiben Sie:

 Kein zwielichtiger Gruppenchat, keine unangenehmen Gespräche im Görli,          keine Bestellung im Darknet (…) Hanföl bekommst du im Reformhaus                      oder in jedem gut sortierten Biomarkt. Das ist deutlich entspannter, als                    in irgendein Obsttaxi zu steigen oder sich im Görli auf die Suche zu machen.
 

Sind also Reformhäuser oder der gut sortierte Biomarkt die legale Alternative zu Görli und Darknet? Was, meinen Sie passiert mit Heranwachsenden, die diesen Spot sehen oder die Internet-Texte lesen? Sie übersehen die Distanzierungen. Lesen und hören: Görli, Stoff, gutes Zeug, das man nicht unter der Hand oder im Darknet kaufen muss.

Wenn auf der Internetseite steht:

 

Wir sind gegen jegliche Art von Drogenkonsum ... Aber: Wir sind für einen offeneren Umgang mit völlig unbedenklichen Stoffen. Und deshalb möchten wir euch das Hanföl mit seinen wertvollen   Inhaltsstoffen nicht vorenthalten (…).

unterstellen wir, dass eine – fraglos sehr begabte – Werbeagentur erstens nicht den Auftrag von der BVG erhält, die Nahrungsmittelbranche zu unterstützen, was selbst für Supermärkte sinnlos wäre, weil Hanfprodukte noch nie als Bückware verkauft wurden und auch das Cannabisblatt als Werbeträger längst Einzug gehalten hat in Supermarktregale und gesellschaftlichen Alltag. Und dass zweitens da nicht aus Versehen irgendetwas vermischt, sondern „der kleine Grenzverkehr“ bewusst zum Stilmittel wurde.

 

Ramona Pop, Fraktion die Grünen, ist Aufsichtsratsvorsitzende der BVG, sowie im Aufsichtsrat der Berliner Wasserbetriebe und der BSR. Die Grüne Fraktion ist seit Jahren Vorreiterin der Legalisierung von Cannabis. Ist diese Verbindung zufällig?


Unbenommen: Der Spot ist wirtschaftlich nachvollziehbar, rechtlich abgesichert - aber er ist moralisch fragwürdig.


Uns geht es um ein ehrliches Feedback mit der Chance und dem Angebot eines Dialogs auf Augenhöhe, denn wir sehen Sie als öffentlich-rechtliches Unternehmen in der Verantwortung, zwischen Rauschmittel/Droge und uraltem Alltagsprodukt eine KLARE Trennlinie zu ziehen.


In diesem Sinne wünschen wir, dass Sie gesund ins neue Jahr kommen und freuen uns auf Resonanz.

 

Der Landesverband der Elternkreise Berlin-Brandenburg e.V.
Selbsthilfe für Eltern und Angehörige von Suchtgefährdeten und Süchtigen.


P.S. Übrigens hat sich - ähnlich, wie beim THC-haltigen Cannabis - ein kleiner „Schwarzmarkt“ etabliert. Bei Ebay-Kleinanzeigen werden die „Tickets“ um die 35 € das Stück gehandelt.