1966 /1972
Es ist die Zeit der Hippies und Blumenkinder. Der Drogenkonsum Jugendlicher verstärkt sich. Eltern stehen hilflos vor diesem Problem. Professionelle Hilfsangebote für Angehörige gibt es nicht. Therapieeinrichtungen sind knapp in der Zahl. In Berlin schließen sich betroffene Eltern zusammen und bilden einen ersten Elternkreis. Sie bekennen sich zu ihren drogenkonsumierenden Kindern, gehen hilferufend an die Öffentlichkeit. Sie kämpfen gegen Vorurteile und Schuldzuweisungen, unterstützen und bestärken sich im Austausch. Es folgen erste Elternberichte in Presse und Rundfunk. Ein Besuch in den Bonhoeffer-Heilstätten zeigt eindringlich das Ausmaß der Drogen- problematik. Neben Haschischkonsum steigt bedrohlich der Heroinkonsum.

 

1973
Zeitgleich beschließen im Bundesgebiet, Vertreter von 15 Elternkreisen die Gründung eines Bundesverbandes. Kontakte zu Elternkreisen im Bundesgebiet werden aufgenommen und erstmalig wird ein Psycho-Soziales Training für Eltern angeboten.

 

1974/1975
Kontakte zu Berliner Drogenberatungen, und Anlaufstellen für Abhängige werden aufgenommen. Die Drogenberatung der Caritas richtet eine Beratungsstelle „Eltern für Eltern“ ein. Am Zustandekommen des „Berliner Drogenmeetings“, das zu einer festen Institution der Berliner Drogenarbeit wird, hat der Elternkreis zusammen mit der Caritas- Beratungsstelle entscheidenden Anteil. Die Zusammenarbeit konsolidiert sich, gruppen- übergreifende Arbeitsgemeinschaften entstehen.

 

1976/1978
Fünf Jahre Elternkreisarbeit, zeigen Möglichkeiten und Grenzen auf. Neben den offenen Gruppen entsteht das Angebot von Eltern und erfahrenen Fachleuten, die sich in einer „Arbeitsgemeinschaft Drogenprobleme“ (AGD) zusammenschließen und Einzelfälle intensiver über einen längeren Zeitraum begleiten.

 

1979/1986
Eltern, die auf Grund ihrer kontinuierlichen Teilnahme an Elternkreisen stabilisiert und fähig sind in Eigenverantwortung zu handeln, bilden Elternkreise in verschiedenen Bezirken Berlins um ihre Erfahrungen hilfesuchenden Eltern zu vermitteln. Die Elternkreise trennen sich vom AGD (Arbeitsgemeinschaft Drogenprobleme e.V.) und der Verein „Elternkreise drogenabhängiger Jugendlicher Berlin (EKB e.V.)“ erfährt seine Gründung. Er wird ausschließlich von ehrenamtlichen, erfahrenen Eltern getragen. Die Geschäftsstelle des Bundesverbandes der Elternkreise e.V. (BVEK) zieht von Hamm nach Berlin.

 

1987/1991
Die Basisarbeit der Elternkreise bleibt ein Hauptanliegen, hinzu kommen Tagungen,  Fortbildungen, regelmäßige Teilnahme an Gremien der Berliner Drogeneinrichtungen, Bezirksämtern  und Präventionsveranstaltungen in Schulen, sowie andere öffentliche Veranstaltungen. Die Drogenszene verändert sich: Haschischkonsum steht inzwischen vor dem Heroinkonsum.

 

1991/1998
Nach dem Fall der Berliner Mauer entwickeln sich Kontaktaufnahmen zu Suchtberatungsstellen im Ostteil Berlins und im Land Brandenburg. Auswirkungen des Drogengebrauchs sind hier noch gering, Eltern aus den neuen Bundesländern stehen der Selbsthilfe skeptisch gegenüber. Im ehemaligen Westteil nimmt der Haschischkonsum drastisch zu und der Anteil der jüngeren Konsumenten steigt beständig. Immer häufiger kommt es zu Mischkonsum: Die Zahl der „Doppeldiagnosen“ (Suchtproblematik und psychische Störungen) steigen. Langzeittherapieeinrichtengen ändern ihre Konzepte, Eltern- und Verantwortliche werden bei Angehörigenseminaren hinzugezogen.

 

1999/2006
Der Aufbau von Elternkreisen in Brandenburg hält an. Eltern auf beiden Seiten profitieren voneinander. Es erfolgt ein Zusammenschluss der Elternkreise, es entsteht der EKBB e. V. (Elternkreise drogenabhängiger Jugendlicher Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.) Der Konsum illegaler Drogen in den neuen Bundesländern steigt nunmehr stetig.

 

2007/2009
Erfahrungen in der Landesverbandsarbeit, insbesondere im Land Brandenburg öffnen ein breites Spektrum, es ist notwendig und auch schwierig, die Anzahl der Elternkreise zu erhöhen und Kontakte zu den Suchtberatungsstellen zu pflegen. Es erfolgt der Umzug des BVEK aus der gemeinsamen Geschäftsstelle Berlin nach Nordrhein-Westfalen. Der Konsum steigt und verändert sich hin zu verstärktem Mischkonsum. Darüber hinaus werden es immer mehr jüngere Einsteiger- das führt vermehrt zu gesundheitlichen und psychischen Problemen, insbesondere bei (Steigerung der Doppeldiagnosefälle). Stoffungebundene Süchte, Spiele in der medialen Welt, stehen mehr im Focus der Gesellschaft. Ein Generationswechsel betroffener Eltern ist in der Elternkreisarbeit spürbar - eine längere Teilnahme der Betroffenen an regelmäßigen Treffen bleibt oft aus. Die Wertschätzung der Eltern, Einbeziehung in die Therapie und Zusammenarbeit mit der professionellen Suchthilfe verändern die Arbeit insgesamt positiv.

 

2010/2011
Jüngere, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, stark beruflich eingebunden, rücken nach und übernehmen immer mehr Verantwortung. Die Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin und Gremien der Schulen wird intensiviert. Allgemein anfallende Aufgaben müssen stark koordiniert, beziehungsweise reduziert werden. Elternkreise bleiben weiterhin präsent in der politischen Diskussion und fordern Verantwortlichkeit von Eltern und Politik.

Umzug der Geschäftsstelle vom Notdienst Berlin e.V. zur Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V..

Die Elternkreise feiern ihr 40-jähriges Bestehen.

 

2012/2016
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elternkreise haben ein neuesSelbstbewusstsein entwickelt und engagieren sich immer mehr auch auf politischer Ebene, insbesondere zum Thema „Legalisierung und regulierte Abgabe von Cannabis“.
Auch ein Zeichen von Umbruch, Engagement, Elan und Öffnung ist die Umbenennung in: Elternkreise Berlin-Brandenburg EKBB e.V. - Landesverband Selbsthilfe für Eltern und Angehörige von Suchtgefährdeten und Süchtigen
Denn längst sind es nicht nur illegale Drogen die Eltern zur Verzweiflung bringen und längst nicht nur die Eltern, die zu uns kommen. Die Elternkreise sind Ansprechpartner für Eltern und Angehörige.
Durch die jahrzehntelange Erfahrung in der Selbsthilfe mit suchtgefährdeten und süchtigen Kindern sind die Elternkreise fester Bestandteil bei Angehörigenseminaren und Partner der professionellen Suchthilfe.